11
Nov
2010
Computerkauf in Xi'an Print
Written by Noruma Mueller
Vor einigen Tagen ging eine grosse Nachricht durch die Presse: “Apple launches online shop in China”. Was ein Zufall aber auch, dass etwa zur gleichen Zeit mein Laptop den Geist aufgegeben hat! Die Webseite des Apple Store ist ganz in Ordnung, hat nur einen Haken: sie ist auf chinesisch.

Nun wählte ich die Nummer der Apple Online Store Hotline, und schnell hatte ich am anderen Ende eine freundliche Dame, die gutes Englisch sprechen konnte. 
Ich war ziemlich im Kaufrausch! Kreditkarte bereit, iMac Konfiguration bereit - worauf will ich noch warten? Ich rief nochmals an und liess mich mit der freundlichen Yenny verbinden. Alles ging glatt! Alle Daten angegeben, alles geht klar! Aber dann fragte sie mich: Wo wohnen Sie denn? In Xi'an, sagte ich. "Oh, I am sorry we don't deliver to Xi'an! WAAAASSS?? Wie bitte?

Sie liefern nicht nach Xi'an? Wieso nicht? Sie liefern zwar in die meisten Staedte und Provinzen, aber eben nicht nach Shaanxi, geschweige denn Xi'an. Tja, wo bin ich gelandet? Ich bin so ziemlich in der Pampa! Der Arsch der Welt ist ja noch besser angebunden als Xi'an. „Und was kann ich machen, wenn ich in Xi'an einen iMac kaufen will?“ fragte ich Yenny.

„Do you have friends in Beijing, Shanghai or Nanjing?“ fragte sie mich. Und wie kriege ich den iMac von Beijing nach Xi'an? Wer űbernimmt die Verantwortung fűr etwaige Schäden beim Transport? „No, I don't have friends anywhere else and I want to buy an iMac in Xi'an!“ sagte ich...

„Hm... kaufe doch im Internet“, meinte mein Kollege. „Ich verstehe nicht wovor Du Angst hast“, sagte er. Tja, ich hatte schon einen „echtes“ Sony Ericsson Handy gekauft; das war zwar total echt, aber auch total durch alle Qualitätskontrollen durchgefallen und deshalb im Chinesischen Markt gelandet. Ich hatte nie Empfang und hierzulande ist Markenware eben nicht das gleiche wie woanders...

Ich rief nochmals bei Yenny an und fragte nach autorisierten Resellern in Xi'an. Bingo! Sie gab mir gleich zwei Telefonnummern.

Im autorisierten Shop sagte ich was ich will: einen iMac so und so aber mit einer groesseren Festplatte, 2TB statt 1TB. Keyi! Meiyou wenti! Klar, geht, kein Problem. Kommen Sie morgen nochmal und Sie koennen den gleich mitnehmen.

Der iMac wurde vor meinen Augen ausgepackt. Dann verschwand der Verkäufer mit meinem iMac in sein Buero. Ich wartete und wartete und fragte mich was da wohl mit meinem iMac passiert? Ich war kurz davor, in das only-for-authorized-personal-office reinzugehen um mir das anzuschauen, aber ich entschied mich, ihm zu vertrauen (…vertrauen...wie lange bin ich schon in China?).

Nach einer Weile kam mein iMac zurueck. Der Verkäufer sagte mir, jetzt sei eine groessere Festplatte drinnen und gab mir die urspruengliche Festplatte als Zugabe.

Alles schien gut zu sein, ich probierte Kamera, Sound, usw. aus und ging heim. Zuhause, weit vom Laerm der Innenstadt entfernt, stellten wir fest wie LAUT der iMac war...und dafuer habe ich soviel Geld ausgegeben?

Einen Tag Internetrecherche und diverse Diagnoseprogramme spaeter waren wir dem Problem auf der Spur: Der Luefter der Festplatte lief auf fast 5000 Umdrehungen, also viel zu schnell, und ein Fehlercode wurde auch gemeldet.

Mein Kollege half mir, beim Haendler anzurufen. Als erstes fragte er, ob die groessere Festplatte original Apple war. Die Antwort des Verkäufers lautete: Nein, die Festplatte ist keine Apple-Festplatte, aber sie sei von sehr guter Qualität!.

Autsch!!! Das tat weh! Ich hatte es hingekriegt, einen originell Apple iMac mit einer vom chinesichen Verkäufer reingebastelten Fake-Festplatte zu kaufen!! Spitzenlesitung! Weiter so! :-(

Nach vielem hin und her erklärte sich der Verkäufer bereit, sich den iMac bei uns zu Hause anzugucken. Er machte den iMac auf. Ein iMac ist innen drinnen sehr schon kompakt und aufgeräumt. Da hing aber ein Kabel lose... das Kabel wollte zur Festplatte. Zum Temperatursensor der Festplatte...

Und warum hing das lose im Gehaeuse herum? Weil, bereits im Laden hatte der Verkäufer festgestellt, dass das Kabel nicht in den dafuer vorgesehenen Stecker passte. Also, was macht man also hierzulande? Tja, man lässt das Kabel einfach lose herum hängen. Chabuduo! Passt scho! Man hofft, dass der Kunde nichts merkt, oder nicht meckert, oder zumindest erstmal weg ist....

Da das Kabel natuerlich immer noch nicht passte, fing er an zu basteln!! Nochmal schnell den Kollegen anrufen: Bitte sag' dem Verkäufer er soll nicht selber herumbasteln! Dann, lieber die originale Festplatte wieder einbauen!!!

Ok, originale Festplatte wieder drinnen und schon ist alles wieder gut. Eigentlich im nachhinein sogar lustig das ganze. Wäre es nicht um so viel Geld gegangen hätten wir uns sogar währenddessen koestlich amuesiert...



Last Updated on Sunday, 13 October 2013 10:17
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